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Die Geschichte des Hauses Argelanderstraße 171 in Bonn - Eine kurze Übersicht. Kurz vor Ende des 19. Jahrhunderts gründete sich in Bonn die "Genossenschaft Haus der Norddeutschen". Sie bestand aus einer Reihe ehemaliger Mitglieder der "Norddeutschen Verbindung". Ihr Ziel war es, den Studenten dieser Verbindung ein eigenes Haus zu Verfügung zu stellen. Im Jahre 1901 konnte die Genossenschaft das Haus Lisztstraße 16 erwerben, das Gebäude steht noch heute fast unverändert, und am 20.07.1901 feierlich einweihen. Es war hauptsächlich zur Pflege der gemeinsamen Geselligkeit gedacht. Daneben bot es dem Hausmeister und seiner Familie und vier Studenten Unterkunft. Ein mehr an Zimmern war damals nicht erforderlich, da die Studenten, wenn irgend möglich, privat wohnten und Gemeinschaftsunterkunft wenig beliebt war. Als nach dem Ersten Weltkrieg das Haus zu klein wurde, beschloss man, ein neues größeres Haus nach eigenen Bedürfnissen zu bauen. Man erwarb dazu ein Grundstück fast am Rande der damaligen Stadtbebauung am Ende der Argelanderstraße. Am 15.07.1927 war Grundsteinlegung und bereits am 15.07.1928 war feierliche Einweihung des neuen Hauses Argelanderstraße 171. Dieses Haus diente nur für Veranstaltungen und als Hausmeisterwohnung. Für den Ausbau von Studentenzimmern fehlte zunächst das notwendige Geld. Eine Änderung brachte das Jahr 1933 mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten. Jetzt wurde von den Studentenverbindungen verlangt, dass sie ihre Mitglieder im Sinne der neuen Gesellschaftsordnung "kasernierten". Darauf wurde noch Ende 1933 im bis dahin noch ungenutzten Dachgeschoss entsprechend den staatlichen Forderungen ein Schlafsaal mit zwölf Betten, ein Doppel- und ein Einzelzimmer eingerichtet. Bei dieser Einrichtung ist es dann bis in den Winter 1944/45 geblieben, als der Lehrbetrieb der Universität eingestellt wurde. Den Zweiten Weltkrieg überstand das Haus weitgehend unbeschädigt, wurde aber von den Besatzungsmächten, erst Amerikaner und dann Belgier, zunächst beschlagnahmt. Zwei Tage nach dem Auszug der Belgier wurde das Haus am 02.02.1950 von jungen Studenten der wieder geschaffenen Studentenverbindung "besetzt", schließlich auch die bereits durch das Wohnungsamt verfügte erneute Beschlagnahme zugunsten einer Bundesbehörde rückgängig gemacht. So konnte es seiner eigentlichen Bestimmung wieder zugeführt werden. Doch machte die finanzielle Lage der Genossenschaft bis Ende 1957 eine Teilvermietung an Dienststellen erforderlich. Dafür wurde jetzt endlich geeigneter Wohnraum für Studenten geschaffen und der Ausbau des Dachgeschosses in der heutigen Form mit einer Anzahl von Zimmern vorgenommen. Seitdem hat es eine Reihe von organisatorischen Veränderungen gegeben. Aus der Hausgenossenschaft wurde ein eingetragener Verein. Die unterstützte Studentenverbindung heißt jetzt nach Zusammenschluss "Burschenschaft der Norddeutschen und Niedersachsen" und die Studentenunterkünfte werden auch Nichtmitgliedern dieser Verbindung zur Verfügung gestellt. Dazu erfolgten in den vielen Nachkriegsjahren alle möglichen Umbauten und Renovierungen, um die Unterbringung modernen Anforderungen anzupassen. Unverändert geblieben ist jedoch das ehrenamtliche und finanzielle Engagement der Vereinsmitglieder, die das denkmalgeschützte Haus ohne irgendwelche staatliche oder sonstige öffentliche Zuschüsse erhalten. |